BIODiversität

ein geschützter Lebensraum anbieten

Viele Lebensräume sind in unseren aufgeräumten Landschaften und Gärten verloren gegangen, so dass zahlreiche Tiere keinen Unterschlupf mehr finden. Mit dem Bau eines Lebensturmes kann auf einer kleinen Fläche vielen Nützlingen und Kleintieren ein geschützter Lebensraum angeboten werden. Schädlinge können sich nur dann massenhaft vermehren, wenn natürliche Gegenspieler ausbleiben. Fehlen die Schädlinge jedoch völlig, gibt es keine Nahrung für Nützlinge.

Der Turm wird durch die abwechslungsreiche Gestaltung zu einem Lebens- und Erholungsraum für die Bewohner. Die Beziehung zur Natur wie auch die Freude am Lebendigen können mit dem Lebensturm gefördert werden. Durch vielfältige und naturnahe Strukturen offerieren wir mit dem Turm ein Zuhause für die heimische Tierwelt.

Nützlinge

Wildbiene

Viele Obstbäume würden ohne die kältetoleranten Wildbienen keine Früchte tragen. Im Gegensatz zu den wärmebedürftigeren Honigbienen gehen sie schon ab 10°C auf Nektarsuche. Wildbienen leben einzeln und bilden keine Staaten, weshalb sie sich in Niströhren wie hohle Pflanzenstängel oder angebohrte Hölzer sehr wohl fühlen.

Florfliege

Florfliegenlarven, auch Blattlauslöwen genannt, sind nützliche Räuber in unseren Gärten, die mit Vorliebe Blattläuse, Blutläuse, Spinnmilben und andere Schädlinge verzehren. Eine Larve verspeist im Laufe ihrer Entwicklung bis zu 500 Blattläuse! Ihre Eier befestigen sie aus Sicherheitsgründen an langen Stielen. Florfliegenkasten werden am besten mit Stroh gefüllt.

Ohrwurm

Der Ohrwurm ist einer der verkannten Nützlinge. Die vorwiegend nachtaktiven Ohrwürmer bevorzugen tierische Nahrung wie Blatt- und Blutläuse, Spinnmilben sowie andere kleine Insekten. Lockere Streuschichten aus Laub oder ein Ohrwurmtopf (Tontopf gefüllt mit Holzwolle) fördern diesen Helfer.

Marienkäfer

Sie sind das lebendige Glückssymbol. Die meisten Marienkäferarten und deren Larven leben räuberisch und werden daher schon seit Langem bei der Schädlingsbekämpfung im Gartenbau mit Erfolg eingesetzt. Marienkäfer verstecken sich gerne unter Laub.

Schlupfwespe

Die Schlupfwespen sind bedeutende Nützlinge. Die Liste ihrer Wirte ist lang. Dazu zählen verschiedenste Schadinsekten wie Schmetterlingsraupen z. B. Apfelwickler, Kohlmotte oder Prozessionsspinner, Fliegen-, Blattwespen- und Käferlarven sowie Blattläuse. Grasbüschel, Bodenstreu, Holzstücke oder Moos werden von weiblichen Tieren gerne als Überwinterungsmöglichkeiten genutzt.

Laufkäfer

Viele Laufkäfer freuen sich über ein Nahrungsangebot, das von Blattläusen, Kartoffelkäfern und Raupen bis hin zu Nacktschnecken reicht. Das Fressvolumen kann bis zum dreifachen des Körpergewichtes betragen. Gut mit Laubstreu versorgte Stellen, geschützte Steinhaufen, aber auch Asthaufen, gemischt mit Laub, verlocken den Laufkäfer zum Bleiben.

Kleintiere

Vögel

Die Vogelwelt präsentiert sich in den buntesten Farben. Generell benötigen alle Vögel Insekten und Würmer, denn die Nestlinge bekommen tierische Kost, um zu kräftigen Vögeln heranzuwachsen. Gegen Schädlinge wie Apfelwickler und Kirschfruchtfliege ist ein Vogelnistkasten in der Nähe des Obstbaumes ein wirkungsvoller Pflanzenschutz.

Fledermäuse

Mit ihren spitzen kleinen Zähnchen vertilgen Fledermäuse pro Nacht Insektenmengen, die ihrem eigenen Gesamtgewicht entsprechen. Tagsüber verweilen sie gerne in Spalten, Ritzen und Verschalungen. Durch chemischen Pflanzenschutz, aber auch durch den Rückgang ihrer Lebensräume sind die meisten Fledermaus-Arten gefährdet.

Schmetterlinge

Schmetterlinge sind bedrohte Schönheiten. Von den 200 Tagfaltern bei uns stehen über die Hälfte auf der Roten Liste! Schmetterlinge überwintern als Ei, Raupe, Puppe oder als Falter in höheren Grasbüscheln, Laubgehölzen oder Falllaub. Ein Schmetterlingskasten bietet einen sicheren Schlafplatz und einen Unterschlupf bei Wind und Regen und kann überwinternden Faltern das Überleben sichern.

Hummeln

Hummeln können täglich mehrere tausend Blüten besuchen, und das selbst bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Sie sichern die Bestäubung von Obstbäumen, Beerensträuchern und verschiedenen Gemüsepflanzen. Hummeln sind soziale Insekten, deren Staaten aber nur einen Sommer lang Bestand haben. Verkehrt herum eingegrabene und locker mit Moos oder Heu gefüllte Blumentöpfe können eine willkommene Nistmöglichkeit für Erdhummeln darstellen.

Spinnen

Eigentlich sind die Spinnen in der Schweiz nützliche Helfer in der Natur, wäre da nicht ihr schlechtes Image. Fangen sie doch grosse Mengen anderer, uns häufig lästig werdender Insekten. Um sie im Lebensturm zu fördern reicht es daher aus, die Netze heil zu lassen und ihre Gelege (Kokons) zu schonen.

Eidechse

Die Trockensteinmauer lockt diese interessanten Jäger in den Lebensturm. Die Eidechse liebt sonnige, warme und bewuchsfreie Bereiche. Leider sind Eidechsen selten geworden, dazu trägt auch der Einsatz von Pestiziden bei.

Igel

Der Igel ist ein gern gesehener Gast. Für die Aufzucht der Jungen sind geschützte und ungestörte Bereiche erforderlich. Igel gehen je nach Witterung ab Mitte Oktober in den Winterschlaf. Ab diesem Zeitpunkt sollten die Igelbehausungen bereitstehen. Auf dem Speiseplan stehen Raupen, verschiedenste Insekten, Schnecken und Würmer, je nach Angebot auch Früchte und Beeren.